Wie Sie in der neuen Position gut ankommen

Wie Sie in der neuen Position gut ankommen

Sie haben die Führungsposition erhalten, die Sie sich so sehr gewünscht haben? Glückwunsch! Jetzt geht es richtig los, denn nun heißt es sich bewähren. Die Probezeit bestehen. Sich richtig positionieren. Die Weichen stellen.

Wie Sie sich in Ihrer Probezeit richtig verhalten

Eine Probezeit ist, wie der Name schon sagt, eine Zeit des miteinander Arbeitens auf Probe. Und dieses gegenseitige Ausprobieren gilt für beide Seiten!

Dass Sie die Probezeit seitens des Arbeitgebers überstehen, ist recht wahrscheinlich. Denn das Unternehmen hat zu dem Zeitpunkt, an dem Sie in der neuen Position starten, bereits viel Zeit und Geld in Sie investiert. Es muss also viel passieren, dass man Sie direkt wieder loswerden möchte.

Sie können sich also erst einmal in Ruhe Zeit nehmen, um Ihre neue Umgebung zu erkunden. Halten Sie sich anfangs zurück – und halten Sie Augen und Ohren offen.

1. Das Kennenlernen

In der ersten Zeit heißt es erst einmal ankommen und alles und jeden kennenlernen, der für Sie relevant ist oder sein könnte. Sie werden herumgeführt und von den Kollegen neugierig begutachtet.

Binnen weniger Minuten bilden sich Ihre neuen Kollegen und Mitarbeiter eine Meinung von Ihnen. Sie sollten also bereits jetzt einen souveränen und professionellen, jedoch freundlichen Eindruck hinterlassen.

Bereiten Sie sich gut auf das Kennenlernen vor: Begrüßen Sie jeden offen und mit einem kräftigen Händedruck. Blicken Sie Ihrem Gegenüber dabei in die Augen. Stellen Sie sich mit Namen vor und sage etwas Nettes, wenn man Sie willkommen heißt.

Als neue Führungskraft bietet es sich zudem an, eine kleine Ansprache zu halten. Diese sollten Sie im Vorfeld gut vorbereiten und gegebenenfalls einüben.

Selbstverständlich sollten Sie auch versuchen, sich möglichst viele Namen zu merken – insbesondere die von ranghöheren Kollegen, von internen Mitarbeitern und die Ihres Teams – sollten sie Ihnen noch nicht bekannt sein.

Gerade anfangs ist es auch in Ordnung, wenn das mit dem Merken der Namen noch nicht sofort bei allen klappt. Mit Freundlichkeit und Charme können Sie das schnell wettmachen.

Bei den ersten Rundgängen im neuen Unternehmen und dem Kennenlernen gilt ansonsten vornehme Zurückhaltung. Fallen Sie niemandem ins Wort, reißen Sie keine Gespräche an sich und zügeln Sie Ihren Redefluss. Andernfalls haben Sie schnell einen schlechten Ruf oder Spitznamen weg.

Vermeiden Sie es in jedem Fall, sich arrogant zu geben. Erst recht dann, wenn Sie vielleicht sogar besser ausgebildet sind als die neuen Kollegen. Niemand schätzt Arroganz. Damit verbrennen Sie lediglich die Erde, auf der Sie Ihre erfolgreiche Karriere starten möchten.

2. Die Orientierungsphase

Im nächsten Schritt gilt es nun sich zu orientieren. Das beginnt bereits mit ganz banalen Dingen: Lassen Sie sich bei größeren Gebäuden von Ihrer Assistenz einen Lageplan geben. So verhindern Sie, dass Sie sich verlaufen, zu spät zu Besprechungen kommen und sich womöglich zum Gespött machen.

Organisieren Sie sich ein Organigramm und markieren Sie diejenigen Kollegen, die für Sie von besonderer Bedeutung sind.

Das gilt für Vorgesetzte ebenso wie für Kollegen der eigenen Abteilung und anderer Fachbereichen, mit denen Sie regelmäßig zu tun haben werden. So können Sie ihre Rollen und Funktionen von Anfang an richtig einschätzen und vermeiden unabsichtlich gegen die hierarchische Grundordnung zu verstoßen.

Das Organigramm hilft Ihnen außerdem dabei, die Namen der Kollegen im Mail-Verkehr richtig zu schreiben. Auf grundlegende Höflichkeit und Respekt sollten Sie von Anfang an größten Wert legen, denn Ihre Vorgesetzten, Mitarbeiter und Kollegen tun es auch. Ganz besonders dann, wenn es um ihren guten Namen geht.

3. Der Vertrauensaufbau

Konzentrieren Sie sich anfangs ausschließlich auf für Sie relevante Personen. Machen Sie sich nicht nur ein Bild von ihrer Funktion, sondern auch von ihrer Persönlichkeit.

Beobachten Sie, wo etwaige Freundschaften und Differenzen zwischen Kollegen bestehen. Das verhindert, dass Sie direkt in Fettnäpfchen treten oder versehentlich Kontakte knüpfen, die man Ihnen an anderer Stelle verübeln könnte.

Seien Sie sich von Anfang an bewusst, dass Sie nun Teil des Unternehmens sind. Das bedeutet, dass Sie mit verantwortlich sind für jeden Erfolg und Misserfolg – insbesondere für den Ihres Teams und Ihres eigenen Vorgesetzten. Machen Sie frühzeitig seine Ziele zu Ihren Zielen.

Um das Vertrauen Ihres Vorgesetzten, Ihres Teams und Ihrer Kollegen für Sie zu gewinnen, können Sie viel tun:

  • Identifizieren Sie sich mit Ihrer neuen Stelle, der neuen Abteilung und Ihren Mitarbeitern und Kollegen.
  • Verhalten Sie sich loyal und seien Sie verschwiegen, wenn Sie jemand ins Vertrauen zieht.
  • Achten Sie das Hoheitsgebiet alteingesessener Kollegen und ziehen Sie dich durch übereifrige und voreilige Verbesserungsvorschläge nicht von Beginn an deren Unmut zu. Lernen Sie erst die Rahmenbedingungen kennen.
  • Bieten Sie frühzeitig Unterstützung an. Treten Sie dabei selbstbewusst auf und erwecken Sie keinesfalls den Anschein zu gutmütig zu sein.
  • Hören Sie aufmerksam zu. Stellen Sie sicher, dass Sie alles korrekt verstanden haben.
  • Scheuen Sie sich nicht Fragen zu stellen – gerade anfangs lieber zu viele als zu wenige. Gehen Sie dabei nur bitte niemandem auf die Nerven.
  • Arbeiten Sie Ihnen übertragene Aufgaben gewissenhaft und sorgfältig ab. Halten Sie sich dabei bestmöglich an Vorgaben und Timings.

4. Die Gruppe

Früher oder später beginnt die erste Kontaktaufnahme unter ranggleichen Kollegen jenseits der Vorstellungsrunde. Diverse Gruppen werden Sie nun besser kennenlernen und versuchen Sie frühzeitig auf ihre Seite zu ziehen. Sie sollten anfangs sehr vorsichtig sein und sich nicht zu früh auf einen bestimmten Personenkreis einschießen.

Meiner Erfahrung nach sind anfangs besonders diejenigen an neuen Kollegen interessiert, die frisches Futter für Klatsch und Tratsch benötigen.

Außerdem kann es Ihnen schaden, wenn Sie sich zu früh festlegen und dann dieser Gruppe zugeordnet werden.

Oder möchten Sie als geschwätzig wahrgenommen werden, weil Sie mit den geschwätzigen Kollegen verkehren? Oder als ebenso faul und behäbig wie die Kollegen, mit denen Sie Ihre Mittagspausen verbringen?

Gerade wenn Sie neu sind, sollten Sie sich zurücknehmen und erst einmal die Situation und die Protagonisten überblicken. Lernen Sie alle gleichermaßen kennen, aber wahren Sie bis dahin freundliche Distanz.

Wenn Sie sich festlegen möchten, dann bitte erst, wenn Sie alle und alles vollumfänglich einschätzen können. Und das dauert erfahrungsgemäß einige Wochen oder Monate.

Praxistipp

Verhalten Sie sich von Anfang an so, als würden Sie schon lange dazugehören. Die Herausforderungen Ihres Vorgesetzten und Ihres Teams sind schließlich von nun an Ihre Herausforderungen.

Gerade anfangs schlägt die Reizüberflutung zu: Zu viele Gesichter, Namen und Informationen. Schreiben Sie daher möglichst viel mit – wenn auch nicht jedes Wort – oder machen Sie sich im Nachgang Notizen.

Mitzuschreiben zeugt von Ihrem Engagement und Sie können bei Bedarf nochmals nachschlagen. Das gilt übrigens für die Namen von Kollegen ebenso wie für Arbeitsanweisungen.

 

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Ihre
MonikaBeyer-StrategieberatungTrainingWorkshopBusinessCoaching

2018-08-28T13:12:57+00:00

About the Author:

Monika Beyer
Monika Beyer ist Diplom-Kommunikationswirtin BAW und Strategieberaterin. Schwerpunktmäßig unterstützt sie mittelständische Unternehmen dabei, das Unternehmen, seine Führungskräfte und Teams zu entwickeln. Ihr besonderer Fokus liegt auf Motivation und -kommunikation. Praktische Erfahrung sammelte sie als Projektmanagerin für Mittelständler (KMU) und Konzerne - unter anderem im Rahmen von Mergers & Acquisitions (M&A). Als Strategieberaterin, Trainerin und Coach steht Monika Beyer für agile Führung, wertschätzende Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung als Schlüssel zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit.