Wie du dir im Job garantiert den Ruf ruinierst

Wie du dir im Job garantiert den Ruf ruinierst

Du bist neu in deiner Position? Mit diesen todsicheren Tricks kannst du dir deinen Ruf in kürzester Zeit ruinieren – versprochen!

Dabei könnte alles so schön sein. Immerhin hast du die Position bekommen, die du dir so sehnlich gewünscht hast.

Dann ist da dieser eine Moment. Der Moment der Schwäche. Der große Fauxpas. Der Augenblick, in dem du dir dein komplettes Standing mal eben kurz ruinierst.

Du kennst sicherlich das gute alte Sprichwort:

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“

Ganz so einfach ist es leider nicht. Wenn du dich wirklich beruflich entwickeln möchtest, solltest du für das Unternehmen und die angestrebte, höherwertige Position vertretbar sein. Und zwar zu jedem Zeitpunkt.

Wenn du denkst, das hätte damit zu tun, sich beim Mittagessen in der Kantine das Hemd oder die Bluse zu ruinieren… weit gefehlt. Da gibt es viel nachhaltigere Methoden.

Was du tun kannst um deinen Ruf im Job so richtig zu ruinieren

Damit du dein Standing im Job so richtig an die Wand fährst, gibt es ein paar gute Tricks.

Hier ein paar ultimative Killer:

1. Rede im Job viel. Zu viel. Immerzu.

Kennst du diese Kollegen, die ständig den Schnabel offen haben? Die ständig eine – zumindest in ihren Augen – unfassbar spannende Geschichte parat haben, die förmlich danach schreit erzählt zu werden?

Da wäre der letzte Urlaub, der lautstark bis ins Detail dargelegt wird. Bis hin zum Buffet-Topf dienstags hintere Reihe links.

Vielleicht auch einfach das Meeting, dessen Verlauf und Ergebnisse du jedem haarklein erläuterst. Vor allem denjenigen, die es nicht hören wollen.

Oder der letzte Mountainbike-Trip am Wochenende. Bei dem unbedingt und vollumfänglich erwähnt werden muss, dass die Wasserflasche der Marke XY im Rucksack ausgelaufen ist. Obwohl sie ganz neu war.

Ganz ehrlich? Erzähl es deinem Therapeuten oder dem Friseur. Interessiert keinen, hält aber auf. Vor allem die, die wirklich performen wollen.

Einen leicht umzusetzenden Tipp, wie du deine Kommunikation sofort verbessern kannst, findest du übrigens hier.

2. Sei niemals, wirklich niemals vorbereitet.

Du hast ein Meeting, alle sind unter Zeitdruck und du möchtest allen auf die Nerven fallen? Dann empfiehlt es sich, um den eigenen Ruf nachhaltig zu ruinieren, keinesfalls vorbereitet zu sein. So gehst du garantiert allen auf den Zeiger, erweist dich als ausgesprochen inkompetent und blamierst dich auch direkt vor deinem neuen Chef.

Beschäftige dich im Vorfeld also bloß nicht mit dem Thema der Besprechung. Nimm auch keinesfalls Unterlagen und um Himmels willen bitte nichts zum Schreiben mit.

Und bitte, bitte sorge dafür, dass du keine einzige Frage beantworten kannst. Niemals. Also wirklich niemals.

Am besten du stammelst bei der Beantwortung ein wenig vor dich hin, damit du möglichst wenig beiträgst, aber die Zeit deiner Kollegen und Vorgesetzten maximal verschwendest.

Die so öffentlich zur Schau gehaltene Inkompetenz funktioniert immer, wenn du dir deinen Ruf im neuen Job so richtig ruinieren willst.

3. Sei bitte immer zu spät.

Eine gute Taktik ist auch, möglichst immer zu spät zu kommen. Nicht ein oder zwei Minuten. Lass alle richtig lange warten.

Das funktioniert dann besonders eindrucksvoll, wenn du das Meeting einberufen hast, leitest oder eine andere tragende Rolle spielst.

Die Kunst dabei ist übrigens, alle so lange warten zu lassen, dass sie richtig genervt sind.

Zeitgleich solltest du sie aber nicht so lange warten lassen, dass sie ohne dich anfangen oder die Besprechung abbrechen. Der Spaß hätte dann zu schnell ein Ende.

Du möchtest dem ganzen noch etwas Würze verleihen? Dann übe dich in Unpünktlichkeit besonders dann, wenn du einen Termin hast, bei dem dein Chef anwesend ist.

Am besten nutzt du die schöne Gelegenheit, wenn noch ein paar höherrangige Kollegen aus dem eigenen oder anderen Fachbereichen zugegen sind.

Idealerweise dann, wenn alle auf dich und deine Arbeits- oder Recherche-Ergebnisse angewiesen sind.

So blamierst du mit einem Streich nicht nur dich, sondern auch direkt auch deinen Vorgesetzten vor seinen Kollegen und gegebenenfalls seiner internen Konkurrenz.

4. Sei maximal unzuverlässig.

Eine gute Methode, um seinen Ruf im neuen Unternehmen oder der neuen Position nachhaltig zu ruinieren, ist auch im Job möglichst unzuverlässig zu sein.

Versprich grundsätzlich immer mehr, als du jemals halten kannst oder möchtest.

Tu dies am besten vollmundig und staple dabei richtig hoch. Je mehr Kollegen dir die Nummer abkaufen, desto nachhaltiger der Erfolg des vergeigten Standings.

Weitere Tipps zum Thema Karrierefehler und Hochstapelei findest du übrigens hier.

Liefere Arbeitsergebnisse grundsätzlich zu spät, aber in jedem Fall unvollständig ab. Und baue regelmäßig Flüchtigkeitsfehler ein.

Hierfür bieten sich übrigens besonders Zahlen an, die auf den ersten Blick nicht nachprüfbar sind. Je später der Fehler auffallen, umso größer wird der Spaß.

Vor allem dann, wenn die Arbeit anderer Kollegen oder deines Vorgesetzten darauf aufbaut und dadurch ebenfalls unbrauchbar wird.

Wenn du deinen Ruf langfristig ruinieren möchtest, antworte am besten auch nicht auf E-Mails oder Anfragen. Auf eilige sowieso nicht.

Ganz besonders dann nicht, wenn die Frage oder Aufgabe schnell und einfach zu beantworten wäre und deine Kollegen sehnlichst darauf warten.

Stattdessen solltest du aber stets SOFORT antworten, wenn es um die tägliche Lunch-oder Feierabendplanung geht.

So setzt du gezielt Benchmarks, um die Stoßrichtung deiner Motivation offen für und alle ersichtlich darzulegen.

Du siehst, es gibt vielfältige Möglichkeiten um deine Karrierepläne im Keim zu ersticken.

Praxistipp

Spaß beiseite. Selbstverständlich solltest du dies alles vermeiden.

Um dir darüber klar zu werden, wie eine bestimmte Situation wirkt, versetze dich zwischendurch in die Vogelperspektive und betrachte sie von außen.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • Wie wirke ich gerade?
  • Wie wirkt die Situation, in der ich mich gerade befinde?
  • Wie würde ein unbeteiligter Dritter urteilen, der unbedarft hinzukommt?
  • Was könnte jemand gerade hineininterpretieren, der mir weniger gut gesonnen ist?

Diese Fragen können dir wertvolle Anhaltspunkte liefern, wie du dein Verhalten im Bedarfsfall anpassen kannst.

Fazit

Die Positionierung im neuen Unternehmen oder neuen Position ist für dich von enormer Bedeutung, sofern du dich ernsthaft beruflich entwickeln möchtest.

Du wirst zu jeder Zeit beurteilt und im schlimmsten Fall vorschnell verurteilt. Achte daher – bei aller Authentizität – auf deine Außenwirkung.

Vermeide es Kollegen ein Ohr abzukauen, den Mund zu voll zu nehmen und unzuverlässig zu sein. Sei bei Meetings stets pünktlich und gut vorbereitet.

Halte dir stets vor Augen, dass du für das Unternehmen repräsentativ sein solltest, wenn du dich ernsthaft beruflich entwickeln und Karriere machen willst.

Dass sich jemand beim Mittagessen ein Hemd oder eine Bluse bekleckert, ist menschlich. Dass jemand inkompetent und unzuverlässig ist, ist dagegen langfristig nicht tragbar – besonders nicht in höherer Position.

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann schreib gerne in die Kommentare, was für dich die absoluten No-Gos im Job sind.

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Deine MonikaBeyerCoach

2018-05-22T15:28:25+00:00

About the Author:

Nach einem Unfall mit Mitte Zwanzig erhält Monika Beyer die Diagnose Berufsunfähigkeit. Ein Leben im Rollstuhl ist vorprogrammiert, doch dieses Schicksal akzeptiert sie nicht. Mit Ehrgeiz und Disziplin erkämpft sie ihre Gesundheit zurück. Es folgt eine bemerkenswerte persönliche und berufliche Entwicklung. Zehn Jahre später ist sie längst in den Beruf zurückgekehrt und erfolgreicher und glücklicher als je zuvor. Heute unterstützt sie mit Leidenschaft, Klarheit und Charisma andere Menschen dabei, beruflichen Erfolg zu realisieren und ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu leben.