Wie du als Führungskraft Position beziehst

Wie du als Führungskraft Position beziehst

Du bist neu in deiner Rolle als Führungskraft? Wunderbar! Dann bist du ab jetzt frei zu schalten und walten wie du möchtest. … Wirklich?!

Aus der Sicht deiner Angestellten ist dein Leben sicherlich perfekt. Du bist dein eigener Chef. Kannst alles an Mitarbeiter abdrücken – pardon „delegieren.“ Musst selbst nichts mehr arbeiten.

Du bist niemandem mehr Rechenschaft schuldig und kannst machen, was waann und wo du willst.

Doch der schöne Schein trügt, die Realität sieht anders aus.

Was die neue Position als Führungskraft erschwert

Klar, so eine Beförderung freut. Und ehrt. Und etwas mehr Geld sollte auch rumkommen.

Aber einfacher wird es dadurch nicht. Denn mit der neuen Position geht auch mehr Verantwortung einher.

Dass dein Unternehmen dir nun mehr Geld bezahlt, hat seinen Preis. Und dieser ist nicht unerheblich.

Den ein oder anderen Punkt wirst du in deiner neuen Rolle als Führungskraft unterschreiben können:

1. Du darfst nun zwischen den Stühlen sitzen. Einerseits sollst du die Interessen des Unternehmens vertreten, andererseits die deiner Mitarbeiter. Die Anforderungen beider Parteien können bisweilen weit auseinander klaffen.

2. Du darfst für deine Mitarbeiter einstehen – in guten wie in schlechten Zeiten. Ihnen den Rücken freihalten. Sie motivieren, sie unterstützen, sie anleiten. Aber auch kontrollieren und Ergebnisse nachhalten.

3. Du darfst dich in deinem neuen Team behaupten. Das ist nun ungleich schwieriger, wenn du früher selbst operativer Bestandteil darin warst. Die Zeiten des unbeschwerten Miteinanders haben für dich als ihr neuer Vorgesetzter nun ein Ende.

4. Du darfst viele unangenehme Gespräche führen: Von der Kündigung eines geschätzten Mitarbeiters bis hin zur Ankündigung unangenehmer Neuerungen.

5. Du darfst arbeiten wie ein Pferd – gerade anfangs: Denn oftmals zeichnest du sowohl für deine neue Führungsaufgabe, dein Budget und deine Mitarbeiter verantwortlich als auch für operative Aufgaben. Das kann deine „alte“ operative Funktion sein, die du parallel ausfüllst bis es – falls überhaupt – zu einer Nachbesetzung der Stelle kommt. Oder schlichtweg der in der heutigen Zeit übliche Personalmangel und Probleme bei der Nachbesetzung.

Vielleicht fällt auch einfach nur ein Mitarbeiter aufgrund von Krankheit, Fortbildung oder Urlaub aus.

Du bist in der ehrenvollen Aufgabe rechtlich zu haften? Dann tust du gut daran, in Vertretung für deinen Mitarbeiter dafür Sorge zu tragen, dass die Arbeit termingerecht erledigt Unglücklicherweise macht sich das auch auf deinem eigenen Überstundenkonto schnell bemerkbar.

6. Du darfst einer höheren Erwartungshaltung gerecht werden. Als Führungskraft erwartet man von dir souveränes Auftreten, besonders in unruhigen und unsicheren Zeiten. Es ist an dir, das Schiff konsequent auf Kurs zu halten – egal wie hoch die Wellen schlagen.

Kommt dir das ein oder andere bekannt vor? In diese neue Rolle(n) darfst du hineinwachsen – und zwar schnell.

Umso wichtiger ist, dass du als Führungskraft frühzeitig Position beziehst.

Wie du deine Position als Führungskraft bestimmst

Wenn du neu in deiner Führungsaufgabe bist und dich weiter beruflich entwickeln möchtest, solltest du frühzeitig Position beziehen.

Denn wer ein Schiff auf Kurs halten will, muss den Kurs genau kennen.

Zu diesem Kurs gehört selbstverständlich die unternehmensübergreifende Strategie. Falls du diese nicht zumindest mitbestimmen kannst, wird sie dir vorgegeben und ist nicht verhandelbar.

Aber auch der eigene Kurs, den du fahren möchtest, gehört zum Kurs dazu.

Werde dir völlig klar über deine eigene Grundeinstellung und dein Selbstverständnis als Führungskraft. Nimm dir die Zeit dir deiner neuen Rolle bewusst zu werden.

Die folgenden Fragen können dir helfen:

  • Welche Art Führungskraft bist du oder möchtest du sein?
    • Bist du der Machertyp? Jemand, der die Herausforderung und den Umbruch liebt und für den nur Resultate zählen? Bei dem das Menschliche auf der Strecke bleibt?
    • Bist du der faktenorientierte, pflichtbewusste Typ? Jemand, für den nur Fleiß und Logik zählen, der jedoch bisweilen unflexibel reagiert in Zeiten des Wandels?
    • Bist du der harmoniebedürftige Typ? Jemand, der gute Atmosphäre und Kreativität schätzt und viel – vielleicht bisweilen zu viel – Freiraum und Raum persönliche Befindlichkeiten lässt?
    • Bist du der emotionale Typ? Jemand, dem die eigenen Mitarbeiter sehr am Herzen liegen? So sehr, dass du es nicht übers Herz bringst jemandem beispielsweise zu kündigen, falls es erforderlich ist?
  • Welche Werte sind für dich wichtig? Wofür kannst du heute und auch später mit gutem Gewissen einstehen?
  • Wofür trittst du an? Welche konkreten Ziele verfolgst du für das Unternehmen, deinen Vorgesetzten, deine Mitarbeiter und dich selbst?
  • Aus welcher Motivation heraus bestreitest du die neue Rolle? Wie kannst du diese Motivation proaktiv nutzen – zum Wohlergehen aller Beteiligten?

Je schneller du dir darüber klar wirst, was dir persönlich wichtig ist und wofür du (ein)stehst, umso besser kannst du deine neue Funktion ausfüllen.

Je klarer du bist, umso klarer wirst du deine Position auch vor deinem Vorgesetzten und deinen Mitarbeitern vertreten können.

„Tu, was du sagst und sag, was du tust.“

Klarheit und Transparenz in deinen Aussagen und Handlungen schaffen maximale Glaubwürdigkeit. Sowohl bei Mitarbeitern, Kollegen als auch Vorgesetzten.

Vor allem jedoch bleibst du damit dir selbst und deinen Werten stets treu.

Praxistipp

Zugegeben, den ganzen Anforderungen als Führungskraft gerecht zu werden ist nicht einfach. Wenn es das wäre, wäre die Welt voller perfekter Führungskräfte und ich würde keine Beiträge schreiben 😉

Die gute Nachricht lautet: Auf dem Weg zu innerer Klarheit kann dir geholfen werden.

Zum einen gibt es Tools, die dir dabei helfen deine innere Motivation zu erforschen wie die Motiv-Struktur-Analyse.

Mit Hilfe dieser kannst du auf wissenschaftlicher Basis deine Grundmotive analysieren lassen und so auch „blinden Flecken“ auf die Schliche kommen und sie nachhaltig angehen.

Zum anderen kann dir ein Business Coaching helfen um Klarheit über deinen persönlichen Weg und dein Selbstverständnis als Führungskraft zu erlangen.

Wenn du auf diesem Weg Unterstützung möchtest, sollten wir uns unterhalten 😉

Fazit

Seine Rolle zu finden ist besonders für junge Führungskräfte oftmals schwer. Die Anforderungen sind hart und es gilt sich zu beweisen.

Je schneller du Klarheit gewinnst über dein eigenes Selbstverständnis als Führungskraft, die Werte, für die du einstehst, und über deine ureigene Motivation, umso schneller und besser wirst du deiner Rolle gerecht werden können.

Schaffe Verbindlichkeit in deinen Aussagen und Verbindlichkeit in deinem Tun. Verfolge diese Zielsetzung hartnäckig.

Diese Vorgehensweise garantiert dir zwar nicht, die perfekte Führungskraft zu werden. Aber sie hilft dir dabei von Anfang an eine gute und vertrauensvolle Basis zu schaffen und zügig in deine neue Rolle hineinzuwachsen.

 

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Deine

MonikaBeyerCoach

2018-05-23T19:54:28+00:00

About the Author:

Nach einem Unfall mit Mitte Zwanzig erhält Monika Beyer die Diagnose Berufsunfähigkeit. Ein Leben im Rollstuhl ist vorprogrammiert, doch dieses Schicksal akzeptiert sie nicht. Mit Ehrgeiz und Disziplin erkämpft sie ihre Gesundheit zurück. Es folgt eine bemerkenswerte persönliche und berufliche Entwicklung. Zehn Jahre später ist sie längst in den Beruf zurückgekehrt und erfolgreicher und glücklicher als je zuvor. Heute unterstützt sie mit Leidenschaft, Klarheit und Charisma andere Menschen dabei, beruflichen Erfolg zu realisieren und ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu leben.